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Windenergie – Fluch oder Segen?

Windenergieanlagen werden bei uns in der Region sehr kontrovers diskutiert. Das ist verständlich, denn als Bauwerke sind sie nicht zu übersehen und haben einen erheblichen Einfluss auf das Landschaftsbild.

Das ist aus meiner Sicht aber schon das Ende der negativen Auswirkungen der Windkraft. Ich kann verstehen, daß gerade der Anblick von Windenergieanlagen für viele Anlass genug ist, sich gegen diese Form der Energieerzeugung auszusprechen. Und ich akzeptiere, wenn jemand ehrlich sagt: „Das gefällt mir nicht.“ Ich verstehe aber nicht, wenn jemand aus diesem Grund zu einem Glaubenskampf aufbricht, unzählige falsche Behauptungen in Umlauf bringt und die Vorteile dieser Technologie komplett außer Acht lässt.

Vorweg eine wichtige Information: Ich arbeite in der Windenergiebranche. Mein Unternehmen liefert Komponenten für Windenergieanlagen, ich habe mein Berufsleben in der Betriebsführung von Windenergieanlagen begonnen, bin auf vielen WEA gewesen, kenne die Technik und die Branche. Aber ich habe mich 1998 ganz bewusst dafür entschieden: Ich habe „Nutzung regenerativer Energiequellen“ an der Fachhochschule Stralsund studiert. Ich bin also nicht in der Branche, um Geld zu verdienen, sondern aus Überzeugung.

Natürlich sah die Welt 1998 noch anders aus. Zwischen Friedland und Lübbersdorf wurden gerade die ersten WEA errichtet. In der Uckermark gab es schon deutlich mehr davon, dort sollte drei Jahre später mein Praktikum beginnen. Aber schon damals galt: Wenn die Anlage errichtet ist, erzeugt sie Energie ohne den Einsatz von Rohstoffen, sie schafft Arbeitsplätze und die Erzeugungspreise was schon damals mit 9,81 ct/kWh deutlich günstiger als die Stromkosten zu Hause. Heute liegen die Erzeugungskosten um die 3-4 ct/kWh, haben sich also halbiert während der Strom zu Hause fast doppelt so viel kostet wie damals.

Heute gehören Windenergieanlagen in M-V einfach dazu. Und ja – es ist nicht alles perfekt gelaufen. Windparks wie die vielzitierte Ansammlung an der A20 bei Altentreptow, massive Planungen wie die bis zu 100 WEA rund um Penzlin – das kann man diskutieren und an vielen Stellen auch noch handeln. Das ändert aber nichts daran, daß diese Energieform die günstigste und effektivste ist. Die zwei neuen Windenergieanlagen in der Nähe von Friedland haben eine Nabenhöhe von 163m und fallen damit massiv auf – sie erzeugen aber genug Energie für den ganzen Amtsbereich.

Es ist also immer eine Abwägung. Was ist wichtiger? Unseren Kindern eine moderne und unabhängige Energieversorgung zu übergeben oder ein unberührtes Landschaftsbild? Ich bin ganz klar für ersteres und meine Kinder sehen das genauso.

Im Rahmen der politischen Prozesse können wir natürlich steuern: In der Regionalplanung oder bei der Gestaltung der Projekte vor Ort. Dafür brauchen wir Werkzeuge und die Bürger haben davon noch zu wenige oder kennen sie nicht. Eine reine Ablehnung im Sinne „not in my backyard“ ist aber keine Lösung und richtigerweise auch nicht möglich. Denn der Regionalplan bewertet schon sehr viele Kriterien und wo er zu der Erkenntnis kommt, daß Windkraft Sinn macht, da können die Bürger nicht einfach ein Veto einlegen. Die Landschaft gehört nicht den Anwohnern, sondern muss in Sinne aller gestaltet werden. Aber es muss auch klar sein: Wer die Lasten trägt, muss auch von Windparks profitieren.

Meine politischen Forderungen:

  • Prüfung der Flächenvorgaben der Bundesländer, Anrechnung von Seen und Naturschutzgebieten
  • Transparenz bei den Prüfkriterien im Regionalplan
  • Kommunale Mitgestaltung ohne Verhinderung
  • Abstandsvorgaben für Windparks untereinander, Windparks statt „Windlandschaften“
  • Werkzeuge zur Vereinheitlichung von WEA-Typen, Dimensionen und der Anordnung im Windpark
  • Kostenlose Energieversorgung für kommunale Gebäude im Nahbereich
  • Kostenlose Ladesäulen für E-Autos von Anwohnern
  • Regionale Energieversorgung der anliegenden Ortsteile direkt aus den Windparks
  • Förderung von Nahwärmeversorgung aus Überschussenergie

Was ich hier nicht behandle:

Windenergie ist nicht in besonderem Maße gesundheitsgefährdend, tötet nicht mehr Vögel als andere Industrieformen, verseucht nicht das Grundwasser und Fundamente werden nach dem Rückbau natürlich vollständig entfernt. Auch Übertragungsnetze sind bei uns in ausreichendem Maße vorhanden und für den überschüssigem Strom gibt es ggf. unzählige Verwendungsmöglichkeiten. Für diese Themen empfehle ich den KI-Modus von Google. Einfach eine Frage stellen und auf Basis des weltweit verfügbaren Wissens kommt da zu 99% eine korrekte Antwort heraus, die auch dem aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft entspricht. So einfach.

Für mich ist Windenergie HEIMATENERGIE – und ein wichtiger Baustein für die Zukunft unserer Region!

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